Kernforschung

Saubere Energie durch Kernfusion? – Wie weit ist die Forschung?

Kollision subatomarer TeilchenNach den schweren Unfällen, Pannen und Beinahe-Super-Gaus der letzten Jahre in den Atomkraftwerken, ist die Kernkraft weltweit schwer in Verruf geraten. Die Menschen haben Angst. Zum einen ist das ständig präsente Risiko für viele eine immer größere Belastung, zum anderen drängt sich die Endlagerfrage immer mehr ins öffentliche Bewusstsein. Kraftwerke sollen am besten alle abgeschaltet und gegen erneuerbare Energien, wie Wind- und Sonnenkraft, ausgetauscht werden. Atomkraft – nein Danke! Doch es geht auch anders.

Gefahrlos: Die kontrollierte Kernfusion

Die sogenannte Kalte Fusion ist eine kontrollierte Kernfusion, die bei Zimmertemperatur erfolgt. Bei einer herkömmlichen Kernfusion entstehen weitaus höhere Temperaturen, die zu einem Überhitzen des Reaktors führen können. Eine unkontrollierte Überhitzung führt zu einer Kernschmelze und dem Freisetzen von tödlicher Radioaktivität. Diese Gefahr besteht bei der Kalten Fusion nicht. Behaupten die Wissenschaftler. Bereits seit 1940 forschen sie an einer umweltverträglichen und kostengünstigen Nutzung der Kernenergie, ohne Gefahr für Mensch und Tier. Angeblich mit Erfolg. In Italien sei es den Wissenschaftlern gelungen, den Prototyp eines Reaktors für die Kalte Fusion zu bauen, der es schaffe, mit einem Aufwand von gerade mal 400 Watt Energie in der Größe von 12.400 Watt zu erzeugen.

Kalte Fusion: Saubere und sichere Energie

Der italienische Reaktor erzeugt bislang nur den Strom für eine kleine Fabrik. Interessanterweise können die Forscher selbst nicht genau erklären, wie der Prozess funktioniert. Aus diesem Grund konnte die Technik noch nicht zum Patent angemeldet werden, weshalb der Aufbau der Anlage wiederum unter Verschluss bleibt. Andere Forschungsprojekte wie „Iter“ oder Wendelstein 7-X konnten bisher nicht mehr Energie produzieren, als zum Betrieb der Reaktoren notwendig ist, und verschlingen Milliarden. Ein offiziell wirtschaftlich arbeitender Reaktor zur Kernfusion steht also bisher nicht zur Verfügung. Trotzdem: Sollte die Arbeit von Erfolg gekrönt sein, wären auf einen Schlag alle Energieprobleme der Menschheit gelöst. Ein Risiko, das vertretbar erscheint.

Im Gegensatz zur Kernspaltung im Atomreaktor, fallen bei der kalten keine radioaktiven Abfälle an. Im Gegenteil: Bei der Verschmelzung von Nickel- und Wasserstoffatomkernen soll Kupfer entstehen. Und natürlich Energie in großen Mengen.

Fazit

Zurzeit laufen viele Forschungsprojekte, die mit Hilfe der kalten Fusion eine unerschöpfliche Energiequelle erschließen möchte, parallel. Ein offizieller Erfolg, der ein marktreifes Produkt zur Folge haben könnte bleibt aber bisher noch aus. Ob es dem italienischen Forschungsteam tatsächlich gelungen ist, einen wirtschaftlich arbeitenden Fusionsreaktor zu bauen bleibt abzuwarten. Zweifel sind jedoch angebracht.

Investitionen in herkömmliche alternative Energien scheinen bisher die sicherste Methode zu sein, dem Klimaproblem beizukommen. So sehen es auch viele Grünen-Politiker, die gar einen Stopp der Fördergelder für Projekte wie Iter verlangen. Hier ist eine Risiko-Nutzen-Abwägung zu treffen. Bedenkt man, dass bei einem Erfolg Energie quasi unbegrenzt zur Verfügung steht, so sind auch Milliardensummen zu rechtfertigen, die zudem weit unter den übrigen Energiesubventionen liegen.

Foto von: DeVIce – FotoliaSimilar Posts:

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